Kulturwissen hilft heilen

So titulierte der Westfälische Anzeiger den Artikel zu der Informationsveranstaltung am 26.01.2011. Die Heilpraktikerschule Westfalen bietet ab sofort Ausbildungsgänge für muslimische Mitbürgerinnen und Mitbürger an. Hier einige Eindrücke zu der Veranstaltung...

Rund 40 Teilnehmer nahmen die Einladung zur Informationsveranstaltung für muslimische Mitbürgerinnen und Mitbürger an und informierten sich über die Ausbildungszweige zum Heilpraktiker und zum Heilprakiker für Psychotherapie.
 
Der Westfälische Anzeiger würdigte die Veranstaltung am 27.01.11 umfassend:
 
 
Kulturwissen hilft heilen
 
Die Heilpraktikerschule Westfalen bietet Ausbildungsgänge für Muslime an
Angesichts des hohen Migrantenanteils begrüßt auch der OB dieses Angebot
 
Menschen bei körperlichen und insbesondere psychischen Erkrankungen zu helfen gelingt besser, wenn man ihre Kultur und ihre Religion kennt. Die Heilpraktikerschule Westfalen bietet daher jetzt auch besondere Ausbildungen für muslimische Mitbürger an. Schulleiterin Tanja Plattfaut erläuterte gestern Abend bei der Einführungsveranstaltung an zwei Beispielen, warum sie sich dazu entschlossen hat. Ein türkischer Mann habe in der Schule bei einem psychischen Problem Hilfe gesucht. Nach einer ersten Sitzung habe er festgestellt, die Therapeutin sei ja sehr gut. Sie kenne aber weder seine Kultur noch seine Religion. Wie könne sie da sein Problem verstehen.
Ihre Tochter habe einen Mann geheiratet dessen Familie vor dem Krieg aus Afghanistan geflüchtet sei, schilderte Plattfaut weiter. Die Menschen hätten schlimmes erlebt und die Heimat verloren. Familie spiele bei Ihnen noch eine große Rolle. Das verstünden deutsche Heilpraktiker nicht immer, so Plattfaut.
Zudem habe sie mit ihrem Heilpraktikerkollegen Hartmut Nagel festgestellt, dass die nächste türkische Praxis in Duisburg mehr als zwei Jahre ausgebucht sei. Daher wolle man die Behandlungsangebote für Migranten im deutschen Gesundheitswesen verbessern sowie ein qualifiziertes medizinisches Angebot für türkische Patienten schaffen, bei dem es keine Sprachbarrieren gibt sowie kulturelles und religiöses Verständnis vorhanden ist. Außerdem wolle man einen Beitrag zur Integration von türkischen Mitbürgern in das Gesundheitswesen durch hohe Qualifikation, gut Ausbildung und staatliche Anerkennung leisten, sagte Plattfaut.
Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann machte in seinem Grußwort deutlich, dass das auch im Sinne der Stadt Hamm sei. Er begrüßte das Angebot ausdrücklich, denn durch den hohen Anteil von Bürgern mit Migrationshintergrund werde sich die Stadt Hamm in Zukunft radikal ändern. Insbesondere für Frauen sei dieses Angebot wichtig, da ihr Anteil an den Arbeitslosen sehr hoch sei und sie zusätzlich noch sehr häufig in minderwertiger Beschäftigung tätig seien. "Ich kann das nur als beispielhaft bezeichnen. Wir werden das nach Kräften unterstützen", sagte Hunsteger-Petermann.
Von ihren guten Erfahrungen berichtete die erste türkischstammige Schülerin, Neslihan B., die sich zurzeit auf die Prüfung vorbereitet. Nagel und Plattfaut stellten das Berufsbild und die Ausbildung zum Heilpraktiker und Heilpraktiker für Psychotherapie vor. Die rund 40 Interessierten erhielten außerdem noch Informationen von der Agentur für Arbeit, der Wirtschaftsförderung Hamm und dem JobCenter. 

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aus unserem Archiv vom 26.01.2011

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