Die Heilpraktikerschule zieht im Sommer um

Die alte Knabenschule im Heessener Dorf wird ab August das neue Zuhause der Heilpraktikerschule Westfalen. Was der Westfälische Anzeiger über die Einrichtung des naturheilkundlichen Zentrums schreibt, lesen Sie hier.

Lernort für künftige Heiler

Die alte Knabenschule im Heessener Dorf wird ein naturheilkundliches Zentrum
Tanja Plattfaut bietet dort ab August vier Ausbildungsgänge an


HEESSEN Das alte Backsteinhaus war und bleibt eine Schule. In das Gebäude gegenüber der Stephanusschule gehen demnächst keine i-Männchen mehr, sondern Frauen und Männer, die zu Heilpraktikern ausgebildet werden. Ab August will Tanja Plattfaut ihre Heilpraktikerschule Westfalen dorthin verlegen. Zurzeit unterrichten ihre Dozenten in angemieteten Räumen in Münster und am Hohefeldweg. Mit dem Kauf der ehemaligen Knabenschule im Herzen des Heessener Dorfes will sie ihre Raumnot beheben und den Unterricht an einem Ort zusammenziehen. Entstehen soll ein naturheilkundliches Zentrum mit drei Belegpraxen für Heilpraktiker.

Zuvor sind jedoch noch einige Arbeiten am Gebäude erforderlich. Zum einen muss das Dach in Ordnung gebracht werden. Zum anderen gilt es, an manchen Stellen die Verfugung zu erneuern. Das äußere Erscheinungsbild soll sich aber nicht ändern. Auch im Inneren will Tanja Plattfaut möglichst viel erhalten. Da ist der Holzboden, der sehr viel zu der Atmosphäre des Gebäudes beiträgt. Ebenso soll der Grundriss kaum verändert werden. Der sei für ihre Zwecke hervorragend geeignet. In den großen Räumen hätten Tische und Stühle aber auch die zum Üben erforderlichen Liegen gleichzeitig Platz. Sogar die alten, massiven Heizkörper und die Tafeln sollen bleiben. Selbst im ehemaligen Werkraum möchte sie kaum etwas verändern. Lediglich die hohen Decken sollen etwas abgehängt werden, um Energiekosten zu sparen. „Als ich das Gebäude sah, habe ich mich sofort in es verliebt“, begründet Plattfaut ihre Zurückhaltung bei den Renovierungsarbeiten.

So einfühlsam wie sie mit dem Gebäude umgeht, will sie sich auch in die Dorfgemeinschaft einfügen. „Die Schützen sollen weiterhin Strom und Wasser für ihre Feier bekommen. Da wird sich nichts ändern. An Fronleichnam gibt es keine Kurse“, sichert sie zu.

Vier Ausbildungsgänge im Angebot

Tanja Plattfaut bietet vier Berufsausbildungen an: zum Heilpraktiker (20 Monate plus Prüfungsvorbereitung), zum Tierheilpraktiker (24 Monate), zum Heilpraktiker für Psychotherapie (zwölf Monate) und ganzheitliche Naturkosmetik (zwölf Monate). Unterricht findet morgens von 9 bis 12 Uhr, nachmittags von 18.30 bis 21.30 Uhr sowie an den Wochenenden (10 bis 17 Uhr) statt. Es werden in der Regel nur zwei Kurse parallel durchgeführt. Lärmbelästigung für die Anlieger sei durch die Art des Unterrichts ausgeschlossen. Weiterhin sieht Plattfaut keine zusätzliche Parkbelastung auf das Dorf zukommen, denn im Gebäude hielten sich selten mehr als 25 Personen auf. Die meisten Schüler kämen in Fahrgemeinschaften oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Außerdem gebe es alleine auf ihrem Grundstück 15 Parkplätze.

Die Eröffnung plant Plattfaut im August. Dann sollen alle Interessierten Bürger die Möglichkeit haben „ihre“ alte Schule noch einmal zu besichtigen. Auch sonst soll das Gebäude Interessierten offen stehen. Sie möchte regelmäßig Informationsabende anbieten. Die Zusammenarbeit mit der Stadt lobt sie ausdrücklich. Die sei immer aufrichtig und fair gewesen, betont sie.

Westfälischer Anzeiger, 9. April 2008

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aus unserem Archiv vom 10.04.2008

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